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Zeitungsbericht der Diözessanversammlung vom 26.4.2008

Die treuen Partner nicht im Regen stehen lassen Die Kolping-Diözesanversammlung ruft die Landräte und Bürgermeister zur Unterstützung der Vereine im Kampf um das Altpapier auf

Augsburg. Rund 160 Vertreter der Kolpingsfamilien im Bistum Augsburg riefen am Samstag, den 26. April 2008, bei der Diözesanversammlung in Augsburg die Politiker auf, die Kolpingsfamilien, Pfarrgemeinden und Vereine weiter beim Sammeln von Altpapier zu unterstützen. Über Jahrzehnte haben gemeinnützige Einrichtungen als treue Partner der Kommunen im Umweltschutz selbst in schwierigen Zeiten das Altpapier auch in entlegenen Weilern gesammelt. Jetzt, da die Preise für den Wertstoff gestiegen sind, drängen gewerbliche Anbieter auf den Markt und "picken die Rosinen aus dem Kuchen". Die gemeinnützigen Einrichtungen befürchten einen Rückgang ihrer Sammelergebnisse. "Wir können dann nicht wie bisher die Erlöse für dem Gemeinwohl dienende Zwecke verwenden", sagt Diözesanvorsitzender Michael Popfinger.

Kommunen schaden sich selbst

Viele Kolpingsfamilien sammeln mehrmals im Jahr Altpapier. Die diesjährigen Erlöse kommen zum Beispiel in Mering den Kindergärten in der Marktgemeinde zu Gute. In einem Fernsehbericht von Augsburg TV berichtete die Kolpingjugend aus Biberbach über die Verwendung der erwirtschafteten Mittel für die Einrichtung eines Grillplatzes und zur Finanzierung der außerschulischen Jugendarbeit. In Fischach deckt die Kolpingsfamilie im Verbund mit den anderen Vereinen im Ort einen vierwöchigen Sammelzyklus über das ganze Jahr hinweg ab. "Es muss auch im Interesse der Kommunen sein, dass die durch das Altmaterial erwirtschafteten Gelder in den Städten und Gemeinden bleiben", sagt Popfinger. In der einstimmig verabschiedeten Erklärung werden die "Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte, die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte" aufgefordert, "sich in der Öffentlichkeit an die Seite der bürgerschaftlichen Gruppen in ihren Kommunen zu stellen!"

Vorbereitung auf den Bayerischen Kolpingtag in Augsburg

Neben der Verabschiedung der Erklärung zur sog. Blauen Tonne bereiteten sich die Teilnehmer der Diözesanversammlung auch auf den Bayerischen Kolpingtag vom 4. bis 6. Juli 2008 in Augsburg vor. 4.000 Gäste aus ganz Bayern werden zu diesem Ereignis unter dem Motto "Zündstoff Leben" in der Schwabenmetropole erwartet. Dr. Johannes Frühbauer, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik an der Universität Augsburg, führte in seinem Vortrag in das Thema "Zündstoff Leben - Treibstoff Glauben" ein. Er bescheinigte den Zuhörern, dass das Leitbild des Kolpingwerkes den Sozialethik-TÜV besteht. In seiner Rolle als Impulsgeber kam er sich beim Lesen des Leitbildes vor, als solle er "Eulen nach Athen tragen". Die drei Begriffe Zukunft, Handeln und Partizipation aus dem Leitbild des Kolpingwerkes stellte er besonders heraus. Auf die Frage, was eine Gesellschaft zukunftsfähig macht, stellte er verschiedene Antworten vor: Gemeinsame Wurzeln, Fundamente, Spielregeln und Perspektiven müssen nach Frühbauer mit dem Willen zur Zukunft im Handeln und dem Vertrauen in die Zukunft Hand in Hand gehen. Gleichzeitig stellte Frühbauer auch die Frage, worauf eine gesellschaftliche Zukunft angewiesen ist. Als Antworten auf die Frage nannte er zum Beispiel die natürlichen Lebensgrundlagen, eine stabile und gerechte Sozialordnung, Herausforderungen und moralische Lenrprozesse. In einem dritten Schritt fragte er nach den Werten, nach denen "wir uns als Christen orientieren, wenn wir Zukunft gestalten." Die Teilnehmer nannten Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität und Liebe als solche Werte, die sie für die Gestaltung der kommenden Zeiten für wichtig halten. Zum Begriff Handeln stellte er die Frage, warum jemand in der und für die Gesellschaft handelt. Auch hierzu formulierte Frühbauer verschiedene Antworten. So sind wir als "zoon politikon", als Sozialnatur, auf das Gemeinwohl hin ausgerichtet. Auch Vorbilder, Lebensmodelle, Erziehung, Sozialisation und Berufung spielen hier eine Rolle. Aus der sozialen Verantwortung heraus wollen Christen und Kirche in der Welt mitgestalten. Unter dem Stichwort Partizipation führte zur Beteiligungsgerechtigkeit einige Perspektiven aus. Als Zündstoffe der gegenwärtigen Zeit führte er die Frage nach dem Umgang mit menschlichem Leben, das Versagen von Vorbildern, den Scheideweg zwischen Generation Credo oder Atheismus im Aufbruch, Konsum und Materialismus und die Auswirkungen des demographischen Wandels an. Das Thema des Vortrages "Zündstoff Leben - Treibstoff Glauben" ergänzte er mit "Impfstoff Hoffnung" und "Wirkstoff Liebe". Den Zuhörern wünschte er am Ende seines Vortrages Entschiedenheit, Engagement, Einmischung und Erfahrung.

Vorstandsmitglied gewählt und Ehrenordnung verabschiedet

Für den Bereich Ehe, Familie und Lebenswege wurde Birgit Ostermeier (33 Jahre) aus der Kolpingsfamilie Günzburg in den Diözesanvorstand gewählt. Um engagierte Ehrenamtliche aus dem Verband besser auszeichnen zu können, verabschiedete die Versammlung eine Ehrenordnung. Künftig gibt es neben dem Diözesanen Kolping-Ehrenzeichen auch eine Augsburger-Kolping-Medaille und eine Ehrenurkunde des Diözesanverbandes. Für die alle vier Jahre tagende Versammlung des Kolpingwerkes Deutschland im Oktober in Essen beauftragte die Diözesanversammlung 15 Delegierte. In der gemeinsamen Messfeier in der Abteikirche St. Stephan in Augsburg legte Diözesanpräses Zeller den Teilnehmern ausgehend von den biblischen Erzählungen des Moses am brennenden Dornbusch und den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus aus, was es heißt, mit "brennenden Herzen" Glauben zu leben und Welt zu gestalten. Als Erinnerung an den Gottesdienst konnte jede Kolpingsfamilie ein Kohlebrikett mit nach Hause nehmen.

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